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Labelexpo 2025

Der Umzug von Brüssel nach Barcelona bringt Veränderungen mit sich – neuer Austragungsort, neue Umgebung, Hotels, Restaurants, eine andere Kultur. Trotzdem wird es sich innerhalb der Messehallen der Fira Barcelona sowie Gran Via, designt vom japanischen Architekten Toyo Ito, alles vertraut anfühlen: Etikettendruckmachinen – analog, digital und hybrid – Software, Weiterverarbeitung, der Geruch frischer Farbe, Tinte, Klebstoffe und so weiter sowie die bekannte Atmosphäre internationaler Messen, der Kollegen, Hersteller und Kunden.

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Die Fira Barcelona Gran Via wurde vom japanischen Architekten Toyo Ito entworfen. © Fira Barcelona
Die Fira Barcelona Gran Via wurde vom japanischen Architekten Toyo Ito entworfen. © Fira Barcelona

Sabine Slaughter

In gewissem Maße spiegelt Barcelona auch die Druckindustrie wider: Eine Stadt, die sich ständig verändert, nach Neuem strebt und doch gleichzeitig das Alte bewahrt. Eines ihrer Wahrzeichen, die Basilika Sagrada Familia, wurde bereits 1882 begonnen und ist bis heute nicht abgeschlossen. Das Werk des Katalanen Antoni Gaudi, bekannt für seinen unverwechselbaren Baustil sollte eigentlich im nächsten Jahr fertig werden doch haben diverse Einflüsse dazu beigetragen das derzeit von 2033 ausgegangen wird.

Auch die Druckindustrie, insbesondere im Etikettenbereich, erfindet sich stetig neu und steht nicht still. Kein Druckbetrieb, der es sich leisten kann zu rasten, sonst rostet er und kann sich im harten Wettbewerb nicht mehr halten. Ständig neue Anforderungen an die Betriebe – sowohl seitens der Kunden und Marken, aber auch der Gesetzgeber – sorgen dafür, dass alle Arbeitsabläufe und Produktionsmethoden in Frage gestellt werden müssen – um auch das letzte Quentchen Effizienz und Effektivität zu erreichen. Eine niemals endende Geschichte und Vorgang will man wettbewerbsfähig bleiben. Etikettendruckunternehmen sind es gewohnt schnell auf Veränderungen zu reagieren, Herausforderungen anzunehmen und diese umzusetzen. Nach den analogen Druckverfahren gesellten sich nach und die Digitalen ein. Dann kamen die Hybriden – welche zunächst als Übergangslösung belächelt – inzwischen rechtmäßig ihren Platz in den Druckereien einfordern.

Ein wesentlicher Faktor ist auch die Software: Je effektiver eine Lösung ist, desto mehr Einsparungen kann diese offerieren. Je nahtloser die einzelnen Elemente zusammenarbeiten, desto besser für den gesamten Arbeitsablauf – wobei die Arbeitsschritte möglichst automatisiert ablaufen sollten, um Fehlerquellen aber auch Bearbeitungszeit sowie wertvolle Arbeitskraft zu reduzieren. Inzwischen gibt es auch KI-Bausteine in diesem Bereich, die welche neben den Arbeitsschritten auch –abläufe vorbestimmen können, die Auswertung übernehmen und sogar Produktionsschritte vorherbestimmen können (wenn man es so wünscht).

Converter und Weiterverarbeitungsspezialisten kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Auch in diesem Bereich hat sich die Entwicklung rasant beschleunigt. Von analogen bis zu digitalen Lösungen ist inzwischen alles vorhanden, um Betriebe effizient in die Zukunft zu führen. Es wird also spannend in Barcelona. Viele Unternehmen haben nicht nur Upgrades sondern auch Neuerungen angekündigt, um den Etikettenbetrieben noch mehr Möglichkeiten zu bieten die Herausforderungen der schnelllebigen Zeit und Trends zu meistern.

Natürlich gibt es immer noch nicht die „eierlegende Wollmilchsau“, die für alle Betriebe gleichfalls das Optimum darstellt. Diese wird es hoffentlich auch noch lange nicht geben. Jeder Betrieb hat andere Anforderungen, andere Kunden, andere Strukturen und muss diese vor einer Anschaffung und Investition „auf Herz und Nieren“ prüfen. Je gewissenhafter dieses ausgeführt wird, desto eher wird die Anforderungsliste an Neuerungen die Geschäftsführer, Eigentümer und Betriebsleiter in eine bestimmte Richtung weisen. Diese konsequent zu verfolgen, die angebotenen Lösungen mit den Anforderungen des eigenen Betriebes abzugleichen ist einer der wichtigsten Aufgaben. Denn nur wenn in dieser digitalen Welt alle Produktionsschritte nahtlos ineinander greifen können auch Einsparungen erzielt werden, neue Angebote an Kunden gemacht werden und damit das Wachstum des eigenen Betriebes vorangetrieben. Innovation bedarf des ständigen Infragestellens des Bestehenden unter Berücksichtigung neuer und neuester Entwicklungen, Markttendenzen und gesetzlicher Vorgaben. „Erster“ zu sein bedeutet nicht gleichzeitig den größten Erfolg, die neuesten Maschinen zu haben, sondern die vorhandenen und neue Produktionsmittel und Arbeitskraft so einzusetzen, dass der größtmögliche Wert erbringende Nutzen erzielt werden kann. Doch nun zu einigen der angekündigten Innovationen, Neuerungen und Vorstellungen auf der Labelexpo in Barcelona:

Artience Group

Toyo Ink Europe hat kürzlich sein bestehendes Portfolio an Flexodruckfarben um die SteraflexGIO UV erweitert. Das neue Farbsystem bietet eine hervorragende Druck- und Maschinenleistung auf den meisten Etikettenmaterialien, Sleeves und anderen Anwendungen, bei denen die Migration eine wichtige Rolle spielt. Darüber hinaus ist Steraflex GIO vollständig konform mit EuPIA, der Schweizer Verordnung, der neuesten SVHC-Liste der ECHA und anderen europäischen Vorschriften, einschließlich der deutschen Druckfarbenverordnung, und setzt damit neue Maßstäbe in Sachen Sicherheit und Leistung. Steraflex GIO wurde mit einem Bindemittelsystem der nächsten Generation formuliert und bietet eine verbesserte Haftung auf einer Vielzahl von Substraten, von Standardfolien bis hin zu anspruchsvollen Etikettenmaterialien. Im Vergleich zu ihrer Vorgängerin weist diese Tinte eine deutlich verbesserte Haftfestigkeit auf, selbst auf Substraten mit niedriger Oberflächenspannung wie BOPP. Dies ermöglicht Verarbeitern und Markenherstellern eine größere Vielseitigkeit bei Materialien und Anwendungen, ohne Kompromisse bei der Druckqualität oder Sicherheit einzugehen.

Bobst

Das Unternehmen wird zeigen, wie sein breites Portfolio immer die richtige Lösung für jede Anwendung bietet – bei Etiketten, flexiblen Verpackungen und Faltschachteln. Branchenführende Innovationen zur Vereinfachung der Verpackungsproduktion werden vorgestellt. Das breite Angebot von Bobst ermöglicht maximale Flexibilität und Vielseitigkeit in der Produktion und gewährleistet konsistente Ergebnisse über verschiedene Plattformen und Technologien hinweg in den unterschiedlichsten Anwendungen. Dieses Konzept ermöglicht es Kunden, genau die richtige Maschine, den richtigen Prozess und die richtige Konfiguration für jeden Auftrag zu finden. Zu den Innovationen gehört eine bahnbrechende Digitaldrucklösung für Etiketten, die entwickelt wurde, um die Produktionsflexibilität zu erhöhen, neue Anwendungen zu erschließen und die komplexe Etikettenproduktion zu verändern – und das alles in einem einzigen Durchgang. Ermöglicht durch die hohe Modularität und Vielseitigkeit der Bobst Digital Master Serienplattform, ist diese branchenweit erste volldigitale Etikettenlösung ein Muss für Verarbeiter, die sich diversifizieren und ihren Kunden einen höheren Mehrwert bieten wollen.

Canon

Unter dem Motto „The Power to Move“ präsentiert das Unternehmen seine neuesten Lösungen für den digitalen Etiketten- und Verpackungsdruck. Im Fokus stehen die virtuelle Vorstellung der LabelStream LS2000 und die Premiere der UVgel Factory for Labels. Am Canon-Stand wird zudem die Edale CartonLine ausgestellt, eine Single-Pass-Flexodruck-Kartonproduktionslinie mit hochwertigen Inline-Veredelungsoptionen. Die Lösung ermöglicht es Verpackungsdienstleistern, Produktionsprozesse zu optimieren, Arbeitskosten zu senken, Zwischenlagerung zu minimieren und Produktionsflächen effizienter zu nutzen.

Heidelberg und Gallus

Die Heidelberger Druckmaschinen AG und Gallus werden zwei neue Maschinenlösungen für die intelligente und vernetzte Etikettendruckproduktion vorstellen. Der Bedarf an kleineren Auflagen und kürzeren Durchlaufzeiten in der Etikettenbranche nimmt ständig zu und stellt Produzenten vor die Herausforderung, trotz einer komplexen Marktdynamik und sinkenden Margen ein hohes Maß an Produktivität und Rentabilität zu erreichen. Die Besucher des Standes von Heidelberg und Gallus können sich aus erster Hand davon überzeugen, wie das Gallus-Konzept „System to Compose“, unterstützt durch bestehende sowie auf der Messe neu vorgestellte Innovationen, Etikettenproduzenten dabei hilft, ihre Betriebe zukunftssicher zu machen. Die modularen Lösungen von Gallus sind so konzipiert, dass sie nicht nur nahtlos in das unternehmenseigene Ökosystem integriert werden können, sondern auch mit ergänzenden Partnertechnologien über die komplette Wertschöpfungskette zusammenarbeiten.

Herma

Ein funktionierender Kunststoffkreislauf ist ohne Wash-off-Etiketten heute kaum in Gang zu halten. Gerade bei Verpackungen aus PET und HDPE – zwei der wichtigsten Rezyklatquellen – entscheidet die Wahl eines geeigneten Wash-off-Etiketts oftmals darüber, ob ein Material hochwertig wiederverwertet werden kann. Herma präsentiert deshalb erstmals sein komplettes Portfolio an Wash-off-Haftmaterialien, die exakt hierfür entwickelt und zertifiziert wurden.

Konica Minolta und MGI

Pfeffer in die Etikettenproduktion will das japanische Unternehmen bringen – mit neuer Dynamik in der Druckproduktion. Gemeinsam mit MGI Technology werden unter anderem die Systeme AccurioLabel 230 und AccurioLabel 400 von Konica Minolta, JETvarnish 3D Web 400 und Octopus Web von MGI sowie der GM DC350Mini Basic. Ergänzt wird die Präsentation durch die Softwarelösungen AccurioPro Flux und AccurioPro Dashboard.

Kurz

Unter dem Leitmotiv „re:think what‘s possible“ stellt Leonhard Kurz seine jüngsten Maschinenentwicklungen für die industrielle Etikettenveredelung vor. Im Mittelpunkt stehen dabei modulare, digital arbeitende Systeme, die Effizienz, Präzision und Qualität. Digitale Veredelung auf dem nächsten Level mit dem DM-UNILINER 3D präsentiert man eine leistungsstarke Maschinenplattform für die industrielle digitale 3D-Veredelung von Etiketten und anderen Rollenanwendungen. Die Lösung vereint in einem einzigen hochautomatisierten Durchgang zwei der aktuell angesagtesten Technologien: digitale UV-Spotlackierung und digitale Metallisierung – für feinste haptische Effekte, brillante metallische Highlights oder matte Akzente. Das ausgestellte modular aufgebaute System erlaubt dabei die Integration zusätzlicher Prozessschritte wie einer Laminierstation, einem Flexodruckwerk zum Auftrag von UV- basierten Primern sowie einer Stanzstation für die direkte Herstellung fertiger Etiketten.

Mark Andy

Das Unternehmen wird vier Druckplattformen sowie umfassende Lösungen seiner Abteilung Mark Andy Print Products (MAPP) und seiner Marken Rotoflex und Arpeco live vorführen. Zusammen spiegeln diese Technologien den Fokus des Unternehmens auf Produktivität, Automatisierung und langfristige Flexibilität für Verarbeiter wider, die sich den ständig wechselnden Anforderungen des heutigen Marktes für bedruckte Verpackungen stellen müssen. Zu den Präsentationen gehören unter anderem: Die Performance Series, eine 660-Millimeter-Sleeve-Druckmaschine zur Steigerung des Durchsatzes für Etiketten und flexible Verpackungen mit mittlerer Bahnbreite. Die DSHD HighSpeed 1200 Hybrid, die branchenweit schnellste 1200-Druckpunkte pro Inch-Lösung, die digitale Qualität bei Geschwindigkeiten von bis zu 146 Meter pro Minute liefert. Die Pro Series, eine vollständig servogetriebene Flexoplattform für die Etikettenproduktion in kleinen Auflagen, die schnelle Umrüstungen, geringe Makulatur und ein modulares Design bietet.  Die Digital Pro MAX, ein tonerbasiertes Hybridsystem für maximale Konfigurierbarkeit und kosteneffiziente digitale Produktion sowie die Rotoflex VLI, ein Hochgeschwindigkeits-Inspektions- und Aufwickelsystem für Folien, spannungsempfindliche Materialien und fortschrittliche Etikettenveredelung

Schobertechnologies

Die RSM IML MX 410 mit Twin Spider für das Hochgeschwindigkeitsstanzen und Stapeln von Inmould Labels wird live zu sehen sein. Diese beinhaltet ein Rotationsstanz- und Perforiermodul für die Verarbeitung mehrerer Blister in einem Bogen oder als Einzelverpackung, aus verschiedenen Materialien, unter anderem PVC und PET. Zudem kann ein Hochleistungs-Rotationsstanzmodul mit hochpräzisem Magnetzylinder und Schnellhebevorrichtung, ausgelegt für Bahnbreiten bis 1.000 Millimeter und Zylinderwiederholungen bis 48 Zoll. Weiterhin befinden sich Hochleistungs-Stanzmodule für dichte Muster mit austauschbaren Stempeln und Matrizen zum Stanzen von Papier, Film und Folien bis zu einer Dicke von 0,015 Millimeter in der Präsentation. Auch Built-in und Drop-in Stanzmodule mit Stanzwerkzeugen der neuen Generation und Stanzabfallentsorgung, die in nahezu jede Schmalbahndruckmaschine integriert werden können werden gezeigt.

Screen

Der Messeauftritt soll zeigen, wie die neuesten digitalen Inkjet-Drucklösungen den wachsenden Anforderungen des Markts und der Verbraucher gerecht werden – mit exzellenter Druckqualität, kürzeren Auflagen und dem zunehmenden Bedürfnis, Rentabilität und Nachhaltigkeit entlang des gesamten Etiketten-Workflows miteinander in Einklang zu bringen. Im Mittelpunkt steht die Truepress LABEL 350UV SAI S, eine UV-Inkjet-Etikettendruckmaschine, die sich als „Arbeitstier“ der Etikettenverarbeitung etabliert hat. Sie überzeugt durch ihre Effizienz im täglichen Betrieb, fortschrittliche Automatisierungsfunktionen zur vollständigen Workflow-Integration und eine Maschinenverfügbarkeit von über 80 Prozent.

Xeikon

Das Unternehmen will neben der Titon Technologie unter anderem die PX3300HD-Druckmaschine mit nach Barcelona bringen. Titon ist hitze-, chemikalien- und abriebbeständig und benötigt keinen Lack. Damit ermöglicht er den lebensmittelsicheren Druck auf Substraten und Anwendungen, die früher für Toner tabu waren. Außerdem vereinfacht er den Produktionsprozess von Etiketten.

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